17.01.2007 Puerto Quetzal / Guatemala
Ein erster Blick: auf den Himmel um halb sieben
Das Wetter um 6 Uhr morgens: 28,5° C, NNO 2, 58%, klar
Den Moderator unseres Bordfernsehens hat es erwischt. Gestern, in der 42. Minute, auf einem Bolzplatz im hermetisch abgeriegelten Hafengelände von Acajutla. Um kurz vor zwei hatte er noch ein Interview mit dem Ersten Sekretär der deutschen Botschaft sowie dem Präsidenten der deutsch-el-salvadorianischen Handelskammer fürs Bord-TV geführt, die unsrer Hütte einen Besuch abstatteten, eine gute Stunde später mußte er von der Polizei zum Röntgen gebracht werden. Beim Spiel der EUROPA-Mannschaft (Senioren, meist Offiziere) gegen eine Auswahl der Jungen (Kellner, Köche usw.) war er, Spielstand 1:0, im eignen Strafraum unglücklich gestürzt, vor allem auch sein Gegenspieler, der mit vollem Körpergewicht auf ihn fiel. Beinharter Boden, es soll hörbar geknackt haben. Sofortige Auswechslung, Kühlen der schmerzenden Schulter mit einer Cola-Dose aus der Kühlbox; da im Hafengelände (militärische Absperrungen, dreifacher Sicherheitskordon) keine Taxis verkehren durften, fuhr ihn die Polizei noch in der Halbzeitpause heim. Nach dem Röntgen steht fest: doppelter Schlüsselbeinbruch; spätestens im Krankenhaus von Acapulco wird sich entscheiden, ob der Moderator die Heimreise antreten muß. Besonders unangenehm: Nicht selten wird ihm, sobald er seine Geschichte erzählt hat, anerkennend auf die Schulter geklopft; man weist ihn darauf hin, daß nach den Spielen der EUROPA immer einer heimfahren mußte, das habe Tradition. Für die restlichen Spieler, darunter etliche mit Prellungen, verordnete der Käptn Freibier. Als Professor Karasek (der zur Zeit Lesungen für die Passagiere gibt) davon hörte, erhob er sich auf der Stelle, ging allerdings in die falsche Richtung, achtern übers Lido-Deck hinaus und konnte zu unser aller Verwunderung übers Wasser gehen. Ob er noch vor Abfahrt des Schiffes die Kurve zurück zur Gangway fand, wird sich heute zeigen.










