Über das Buch

Sämtliche Gedichte 2017-1987


„Wer Matthias Politycki seit seinen literarisch-experimentellen Anfängen verfolgt hat, wird auf eine erstaunliche Entfaltung der Lyrik- und der Erzählformen dieses auf ironisch-melancholische Weise heiteren Poeten stoßen. Die Entwicklungslinie seines Werkes reicht innerhalb von dreißig Jahren (1987–2017) vom sprachlichen Experiment zu einer entschiedenen und theoretisch untermauerten ‚neuen deutschen Lesbarkeit’. Sie führt so weit, daß der Kritiker Denis Scheck schon im Jahr 2000 bemerken konnte, kein anderer Gegenwartsautor schreibe ‚so realien-getränkt wie Politycki’.“ (Professor Wolfgang Frühwald in seinem Nachwort zur Gesamtausgabe)
Seit 30 Jahren schlägt Matthias Politycki in seinen Gedichten einen ganz eigenen Ton an. Formstrenge Sonette stehen neben konkreter Poesie, Haikus oder Balladen, und werfen treffsicher Schlaglichter auf die Liebe, den Tod und die vermeintlichen Banalitäten des Alltags. Vom rätselhaften Germknödelparadigma bis zum lässigen Botswana-Blues nehmen sie den Leser mit auf eine Reise zwischen Heimatkunde und Weltweisheit. Und immer dorthin, so Wolfgang Frühwald,„wo die Lyrik tausend Geschichten erzählt und die Prosa wie eine alte Rhapsodie erklingt, wo das Schwere leicht und unkompliziert, das Leichte schwer und in der Tiefe des Textes versteckt ist, wo die Textstruktur nur scheinbar einfach ist und Nietzsches Credo auch als Polityckis ‚Arbeitsmaxime’ zu lesen ist: ‚Oberflächlich – aus Tiefe.’“


Der Band versammelt erstmals sämtliche Gedichte, auch die verstreut publizierten; ein großer Teil wurde für diese Ausgabe von Matthias Politycki neu überarbeitet. Ergänzt werden sie durch einen neuen Zyklus, der bis hinter die Tempel von Angkor Wat führt.